Nähe und Distanz in der Pflege – professionelles Gleichgewicht finden
Pflege ist ein Beruf mit Nähe. Vertrauen entsteht durch Gespräche, durch Berührung, durch wiederkehrende Begegnungen. Gleichzeitig braucht professionelle Pflege eine klare Distanz. Dieses Gleichgewicht zu finden, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im ambulanten Alltag.
Zu viel emotionale Nähe kann langfristig belasten. Pflegekräfte erleben Sorgen, Krankheit und familiäre Spannungen unmittelbar mit. Wenn Grenzen unklar werden, entsteht schnell innere Erschöpfung. Distanz bedeutet jedoch nicht Kälte, sondern professionelle Klarheit.
Wichtig ist, sich der eigenen Rolle bewusst zu bleiben. Pflegekräfte begleiten, unterstützen und handeln fachlich – sie übernehmen jedoch nicht die gesamte Verantwortung für Lebenssituationen. Klare Zuständigkeiten schützen vor Überforderung und stärken die eigene Handlungsfähigkeit.
Auch kleine Rituale helfen, Abstand zu bewahren: bewusste Übergänge zwischen Tour und Feierabend, Reflexion im Team oder kurze Momente der inneren Sammlung. Wer Nähe zulässt und zugleich professionelle Grenzen wahrt, schafft Stabilität – für sich selbst und für die betreuten Menschen.
💡 Fazit:
Nähe und Distanz sind kein Widerspruch. Professionelles Gleichgewicht stärkt die Qualität der Pflege und schützt langfristig vor emotionaler Überlastung.
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