Körperpflege zu Hause – wie Unterstützung die Selbstständigkeit erhalten kann

Bei der Körperpflege scheint es zunächst besonders hilfreich zu sein, einer pflegebedürftigen Person möglichst viele Aufgaben abzunehmen. Doch gute Unterstützung bedeutet nicht automatisch, alles für einen Menschen zu erledigen.

Waschen, Ankleiden, Zähneputzen oder Haare kämmen gehören zu den persönlichsten Bereichen des Alltags. Auch wenn einzelne Bewegungen schwerer werden, möchten viele Menschen dabei weiterhin möglichst viel selbst entscheiden und übernehmen.

Unterstützung sollte sich täglich anpassen

Wie viel Hilfe benötigt wird, kann sich von Tag zu Tag verändern. An einem Morgen gelingt das Ankleiden nahezu selbstständig. An einem anderen Tag fehlen Kraft, Gleichgewicht oder Konzentration.

Deshalb sollte Unterstützung nicht automatisch immer gleich aussehen. Wichtig ist zunächst zu beobachten, welche Schritte selbstständig gelingen und an welcher Stelle tatsächlich Hilfe erforderlich ist.

Warum zu viel Hilfe Selbstständigkeit nehmen kann

Wenn jede Aufgabe vollständig übernommen wird, kann das kurzfristig Zeit sparen. Langfristig können jedoch Beweglichkeit, Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nachlassen.

Auch kleine Tätigkeiten können dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten:

  • das Gesicht selbst waschen
  • die Haare eigenständig kämmen
  • Kleidungsstücke auswählen
  • einzelne Schritte beim Ankleiden übernehmen
  • Pflegeprodukte selbst benutzen

Vorbereiten statt vollständig übernehmen

Unterstützung kann auch darin bestehen, die Umgebung sicher und übersichtlich vorzubereiten. Kleidung und Handtücher können griffbereit gelegt, Pflegeprodukte geöffnet und Stolperstellen entfernt werden.

So kann die pflegebedürftige Person viele Schritte weiterhin selbst übernehmen, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Drei Grundsätze für respektvolle Unterstützung

Im Pflegealltag helfen drei einfache Grundsätze:

  • zuerst fragen, welche Hilfe gewünscht wird
  • genügend Zeit für selbstständige Handlungen lassen
  • nur bei den Schritten unterstützen, die nicht sicher allein gelingen

Auch persönliche Gewohnheiten und Entscheidungen sollten berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise die Auswahl der Kleidung, die Reihenfolge der Pflege oder der bevorzugte Zeitpunkt.

Vertrauen und Würde bewahren

Gerade bei der Körperpflege sind Ruhe, Erklärung und respektvolle Kommunikation besonders wichtig. Ungefragte Berührungen, Hektik oder Entscheidungen über den Kopf der Person hinweg können als unangenehm empfunden werden.

Eine gute Pflege orientiert sich deshalb nicht nur daran, was erledigt werden muss. Sie berücksichtigt auch, was ein Mensch noch selbst tun möchte und kann.

Sie oder Ihre Angehörigen benötigen Unterstützung bei der Pflege zu Hause? SAARPFLEGE Ambulant berät Sie gerne persönlich.

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